Wie man eine Schule digital macht - MEP HandsOn

Dezember 18, 2019
  • Schulen in Baden-Württemberg können bei der Erstellung ihres Medienentwicklungsplans auf den MEP BW des Landesmedienzentrums zurückgreifen.
  • Der Medienentwicklungsplan ist Voraussetzung, um Fördergelder aus dem DigitalPakt Schule zu erhalten.
    „Zukunft Bildung“ hat der WDR eine Umfrage unter Schulleitungen über ihre Zufriedenheit mit der schulischen IT-Ausstattung durchgeführt.

Mehr als 75 Schulen waren anwesend beim ersten großen Fachtag der Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Thema „MEP HandsOn.“ Dementsprechend voll war der große Saal am 4. Dezember 2019 im Kloster Obermarchtal. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, an denen viele Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Systembetreuer teilnahmen, stand der sogenannte Medienentwicklungsplan (kurz MEP) der Schulen, welcher mit der Verabschiedung des DigitalPakts Schule erst recht an Bedeutung gewonnen hat.

Anders als in Bayern verfügen viele Schulen in Baden-Württemberg nämlich noch nicht über ein Medienentwicklungsplan und müssen dieses Konzept erst erstellen. Um den Schulen diese Arbeit zu erleichtern, hat das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) mit dem MEP BW Online-Tool geschaffen, das die Schulen bei der Entwicklung ihres individuellen Medienkonzeptes anleitet und begleitet.

Vorstellung des MEP BW Online Tool durch das LMZ

Stefanie Wössner vom Referat 11 für Innovation des LMZ informierte in einem interessanten Vortrag über den Medienentwicklungsplan an sich und stellte die wichtigsten Informationen über das Online-Tool vor. Beim MEP BW Online-Tool können sich staatliche Schulen von den medienpädagogischen Beratern der Kreismedienzentren kostenfrei beraten lassen. Schulen in privater Trägerschaft müssen hingegen für diese Beratung bezahlen. Der Vorteil des MEP BW besteht einerseits in seinem prozessbegleitenden Charakter und anderseits an der Möglichkeit, beim Befolgen aller Prozessschritte die Kriterien für die Beantragung der Fördergelder des DigitalPakts zu erfüllen. Des Weiteren bietet der MEP BW für jede Schule auch sehr viel Zusatzinformationen in Form von Downloads an.

Anknüpfend an die Ausführungen von Stefanie Wössner führte Roland Diedenhofen von der MultiNET am Nachmittag durch die Veranstaltung und teilte mit den Schulleitungen und Systembetreuungen die Erfahrungen der bayerischen Schulen mit dem Medienkonzept. Daneben stellte er abseits von DigitalPakt, Förderantrag, Mediencurriculum, Fortbildungskonzept und IT-Ausstattungsplan einen 5-Punkte-Plan zur digitalen Transformation von Unterricht und Schule vor.

Digitalisierung von Schule und Unterricht

Das Ziel einer Schule, so Roland Diedenhofen, könne nicht darin bestehen, einen Medienentwicklungsplan zu erstellen, um primär an die Fördergelder heranzukommen. Wer innovative Schulentwicklung in Zeiten der Digitalisierung betreiben will, muss irgendwann vom bekannten Weg abweichen und sich einen Rahmen schaffen, der ihm erlaubt, innovativ und autonom zu sein. Eine Schule zu digitalisieren bedeutet auch, einen Medienentwicklungsplan zu erstellen. In erster Linie geht es jedoch um eine Standortbestimmung, um Führung und vor allem um Vernetzung.

„Lehrerinnen und Lehrer können in Zeiten des digitalen Wandels nicht weiter Einzelkämpfer sein. Sie müssen sich vernetzen – und das nicht nur intern.“ Denn wer über die Digitalisierung im Bildungsbereich redet, redet in erster Linie primär über das Lehren und Lernen und erst in einem zweiten Schritt über die Technik, die dabei zum Einsatz kommt. Gleich im Anschluss an den Vortrag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch ausreichend Zeit, unserem Referenten Fragen zu stellen und sich anschließend untereinander zu vernetzen.